Geschichte des Regiments

1688

Aufstellung einer Dragonerkompanie des Kreises Ansbach gegen den Einmarsch der Truppen Ludwig XIV.

1689

Die Bedrohung durch französische Truppen hatte sich weitgehend entspannt, so dass es für die
Dragonerkompanie keine lohnende Verwendung mehr gab. Am 24. April 1689, Übernahme der
Dragonerkompanie durch Friedrich III., den Kurfürsten von Brandenburg und deren weiteren Einsätze zur
Abschreckung Frankreichs.

Dieses Datum gilt als Geburtsdatum des Brandenburgischen Dragoner-Regiments.

1701 - 1713

Einsatz im Spanischen Erbfolgekrieg.
1708, in der Schlacht von Oudenaarde am 11.7., eroberten sie die silbernen Kesselpauken der Leibgarde
des französischen Königs und durften sie fortan als sichtbare Auszeichnung führen.

1740 - 1763

Teilnahme an den Schlesischen Kriegen unter Friedrich II. (dem Großen).

1742

Die erste Esquadron des Dragonerregiments wird in Schwedt einquartiert.

1763

Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges, dem 3. der Schlesischen Kriege, wird Schwedt
Garnisionsstadt des Brandenburgischen Dragoner-Regiments. Es entstehen ein Exerzierplatz und eine
Reitbahn.

1806

Nach der militärischen Niederlage Preußens gegen Napoleon am 14. Oktober, bei Jena / Auerstädt
konnten sich die größten Teile des Regiments nach Ostpreußen retten. Nur ein geringer Teil von etwa
180 Dragonern ging in Gefangenschaft. Die andern konnten flüchten und nahmen bis zum Waffenstillstand
an der Verteidigung von Kolberg und Danzig teil.

1807

Sofort nach dem Friedensvertrag von Tilsit begannen die Reorganisation des Staates und der Armee und
somit auch die Neuformierung des Brandenburgischen Dragoner-Regiments aus den Teilen des
Dragoner-Regiments No.1 und den Teilen des Kürassier-Regiment No. 5 zum Dragonerregiment No.5,
Brandenburgisches Dragonerregiment "Prinz Wilhelm".

1812

Durch Losentscheid wurden 2 Eskadrons zur Teilnahme am Rußlandfeldzug auf Seiten Napoleon
verpflichtet. Es traf die 1. und die 3. Esquadron. Sie kamen allerdings nur bis Riga und mussten sich
dann, weil Napoleons Hauptarmee zurückging, auch zurückziehen.
Mit der Konvention von Tauroggen vom 30. Dezember 1812 endete diese Episode unter französischem
Kommando; die Konvention leitete die Befreiungskriege gegen Napoleon ein.

1813 - 1815

Teilnahme an den Befreiungskriegen gegen Napoleon als Brandenburgisches
Dragoner-Regiment No.5 "Prinz Wilhelm".
Nach der Schlacht von Groß-Görschen, am 2. Mai 1813, wurden die Vier Stamm-Esquadrons wieder
zusammengefügt. Ein Jägerdetachement kam hinzu. In diesen Jahren hat das Regiment an verschiedenen
Schlachten teilgenommen. Am meisten ausgezeichnet hat es sich in der Schlacht von Dennewitz am
6. September. General Tauentzien schrieb nach der Schlacht an den König:
"Die Esquadrons dieses braven Regimente haben sich dergestalt ausgezeichnet, dass sie es verdienen,
in den Annalen der preußischen Kriegsgeschichte genannt zu werden."

Nach der Niederlage Napoleons in den Schlachten von Ligny und Waterloo fand am 3. September 1815
in Paris die große Siegesparade statt, an der auch die Brandenburgischen Dragoner teilnahmen. Hier
fiel dem König auf, dass die Dragoner nicht den Standartsäbel trugen, sondern erbeutete Säbel der
französischen leichten Kavallerie. Als Anerkennung für das Regiment erlaubte der König das Tragen der
Säbel "für alle Zeiten".
Am 6. 10.1820 rückte das Regiment wieder in Schwedt ein.

In den Jahrzehnten bis 1866 wurde das Regiment zwar einige Mal mobilisiert, gelegentlich in Marsch
gesetzt wie 1851 und 1859, kam jedoch zu keinem größeren Einsatz.

1866 - 1871

Teilnahme an den Deutschen Einigungskriegen; 1866 im Feldzug gegen Österreich und 1870/71 gegen
Frankreich.

1914 - 1918

Teilnahme am I. Weltkrieg
Im März 1917 mußten sich die Dragoner von ihren Pferden trennen und kämpften im Grabenkampf bis
zum November 1918 an der Westfront.

1920

In der neu geschaffene Reichswehr bildete die noch vorhandenen Teile des alten Regiments ein
Bestandteil des neu gebildeten Reiter-Regiment 6.

1937

Verlegung des Regiments nach Darmstadt.

1939

Auflösung des Regiments und Schaffung verschiedener Aufklärungseinheiten, bis hin zur Neubildung
von Reiter-Regimentern.

1939 - 1945

Militärischer Widerstand

Im Zusammenhang mit dem Attentat des Grafen Stauffenberg vom 20.Juli 1944 wurde das
Reiter-Regiment 31 unter Philipp v. Boeselager am 18.Juli alarmiert.
Georg v. Boeselager, der als Kommandeur der 3. Kavallerie-Brigade vorgesehen war und einige
Mitglieder des Stabes der Brigade waren Mitglieder des militärischen Widerstandes und versuchten,
diesen auf diese Weise zu unterstützen. Am 18. Juli wurde an die Schwadronen Munition ausgegeben
und sie nach Westen in Marsch gesetzt.
Offiziell galten die 1200 Mann der Schwadrone als Vermisste.
In Gewaltritten ging es nach Westen. Am 20.Juli hatte Georg v. Boeselager - nach einem Ritt von 200 km
in knapp 36 Stunden - sechs Schwadronen mit 1200 Mann westlich des Bug gesammelt.
Die Truppe sollte - im Falle eines gelungenen Attentats - von einem polnischen Feldflugplatz aus den Flug
nach Berlin antreten, um dort den Verschwörern zur Verfügung zu stehen. Am Nachmittag des 20. Juli
erreichte Philipp v. Boeselager, der Führer der sechs Schwadronen, die Nachricht vom missglückten Attentat.
Die Schwadrone wurden umgedreht und schleunigst wieder an die Front geführt, um nicht mit dem Attentat
in Verbindung gebracht zu werden.
Keiner der Teilnehmer an diesem Unternehmen konnte später von der Gestapo ermittelt werden!

Seit 1964

Traditionspflege in der Bundeswehr.
Seit 1964 trägt eine Einheit der Bundeswehr den "Schwedter Adler" als Traditionszeichen.
Dieses Zeichen und sein heutiges Devisenband "Enigkeit-Recht-Freiheit" machen deutlich,
das Pflege soldatischer Tugenden, eine sinnvolle Auswahl von Werten, über alle Zeitgrenzen
hinweg und das Eintreten für die freiheitlich demokratische Grundordnung kein Widerspruch sind.

Textquellen

Geschichte des Königlich- Preußischen Zweiten Dragoner-Regiments
P.v. Probst, Schwedt/ Berlin 1841

"Schwedter Adler"
OSL d.R. Prof. Dr. Josef Gerhard Farkas
Munster/ Berlin 1989

Bildquellen

Rittmeister Hofkammerrat Dr. Wühlisch
Berlin 1889